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Melanie Moeller (stehend Mitte mit Teller), die für die Suppenküche der Freien Christengemeinde verantwortlich ist (FOTO: CHRIS WOHLFELD)
QUEDLINBURG/MZ. Die Suppenküche der Freien Christengemeinde Quedlinburg gibt es jetzt bereits über zwei Jahre. Der Name täuscht etwas, denn es gibt nicht nur Suppe zu essen, sondern eine vollwertige Mahlzeit für Bedürftige. Dazu gehört in der Woche aber auch einmal Suppe, erklärt Melanie Moeller, unter deren Regie die Einrichtung im Regenbogenhaus im Harzweg 26 läuft. Und es läuft gut. Täglich kommen bis zu 30 Frauen und Männer. 40 könnten es noch werden, ehe die Suppenküche an ihre Grenzen stößt.
„Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden. Es ist eine Erfolgsstory“, sagt Manfred Krebs vom Vorstand der Freien Christengemeinde in Quedlinburg: „Es zeigt sich, dass unser soziales Angebot gebraucht wir.“ Seit einigen Monaten ist die Einrichtung nicht nur in der Woche, sondern auch am Wochenende, von Montag bis Sonntag, geöffnet. Zwischen 11 und 14 Uhr kommen die Besucher, Sonnabend weniger, dafür Sonntag mehr. Für das Essen wird ein Obolus von 1,50 Euro erhoben. Seine Bedürftigkeit muss keiner nachweisen. Neben der täglichen Mahlzeit ist das Haus vor allem auch zu einem Kommunikationszentrum geworden.
„Essen verbindet“, erklärt Manfred Krebs. Da bleibe der eine oder andere schon mal sitzen, wenn er persönliche Probleme habe. Das Gespräch werde gesucht, nicht nur wenn einen Sorgen plagen, sondern auch als Chance nicht allein zu sein. Wer Hilfe braucht, persönliche Sorgen hat, komme auch schon mal früher, um sich Rat zu holen, weiß Manfred Krebs. Speziell dafür wurden ein Frauen- und ein Männerfrühstück etabliert.
Die Erweiterung des Angebots, auch auf das Wochenende ausgedehnt, war nur möglich, weil die Koba, die Kommunale Beschäftigungsagentur Job Center Harz, drei sogenannte Ein-Euro-Jobs genehmigte. So helfen zwei Frauen und ein Mann, jeweils 20 Stunden in der Woche, mit, dass die Mahlzeiten bereit stehen, wenn die ersten Besucher kommen. Vorerst bis 31. März kommenden Jahres sind die Helfer aktiv. Danach hoffen Melanie Moeller und Manfred Krebs, dass es mit neuen Leuten weitergeht, um die Suppenküche auf dem Niveau wie bisher betreiben zu können. „Ohne das Engagement von Familie Moeller würde die Suppenküche nicht funktionieren“, betont Manfred Krebs. So helfen auch Mutter und Schwester mit. „Wir leben nur von Spenden“, betont er und ist dankbar für eine großzügige Spende der Quedlinburger Stadtwerke. Die Besucher kommen aus dem ganzen Stadtgebiet und sogar aus Thale. „Sie nehmen durchaus weite Wege auf sich“, erklärt Melanie Moeller. Es sind alle Altersstufen zwischen 20 und 70 Jahren vertreten. Es kommt sowohl die junge Mutter mit ihrem Kind wie der Vater mit seinem Sprössling. „Anfangs haben wir Flyer verteilt und auf uns aufmerksam gemacht“, ergänzt Manfred Krebs: „Heute ist es ein Selbstläufer.“ Er hebt die guten Kontakte zur evangelischen Kirch hervor. Bereits zweimal sei die Kollekte zu Weihnachten für die Arbeit der Suppenküche gespendet worden.

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Pastor Reinhard Meyer (Mitte) und die Vorstandsmitglieder Manfred Krebs (links) und Markus Sander im neuen Gemeindesaal der Freien Christengemeinde in der Kaiser-Otto-Straße 30. (FOTO: CHRIS WOHLFELD)
QUEDLINBURG/MZ. "Für die Entwicklung war die Mühlenstraße 15 einfach zu klein", erklärt Manfred Krebs vom Vorstand der Freien Christengemeinde Quedlinburg. Dort, in einem Backsteinbau, der auch einmal eine Pizzeria beherbergte, befand sich seit dreieinhalb Jahren der räumlicher Mittelpunkt der Gemeinde. Das Haus unter dem Schlossberg stand zum Verkauf. "Nach reiflicher Überlegung haben wir davon Abstand genommen und uns nach anderen Räumen umgeschaut", sagt er. Sie blieben dann aber doch beim gleichen Vermieter, der ihnen Räume in einem gegenüber liegenden Gebäude des Areals Schlossmühle anbot.
So befindet sich das Gemeindehaus jetzt in der Kaiser-Otto-Straße 30. Dort, in einer ehemalige Scheune, die unter anderem zu Büroräumen umgebaut worden war, ist deutlich mehr Platz. Ein großer Raum für Gottesdienste und Veranstaltungen ist ebenso vorhanden, wie mehrere kleinere Zimmer - für Bistro, Küche, Kinderbetreuung und Büro. "Das Bistro ist uns besonders wichtig", betont auch Pastor Reinhard Meyer.
Der 50-Jährige, verheiratet, zwei Kinder, betreut die Quedlinburger Gemeinde seit Anfang dieses Jahres. Zuvor war die Stelle ein halbes Jahr vakant, nachdem Pastor Rolf Westman, der in Quedlinburg Aufbauarbeit für die Freie Christengemeinde geleistet hatte, in seine schwedische Heimat zurückgekehrt war. "Wir waren froh, eine relativ schnelle Lösung gefunden zu haben", sagt Vorstandsmitglied Krebs. Pastor Meyer wohnt in einem kleinen Dorf im Bördekreis, stammt aber aus Melle bei Osnabrück. Er wuchs auf einem Bauernhof auf und wurde zunächst Landwirt, ehe er auf eine Mission nach Indien ging. Nach seiner Rückkehr wurde er Pastor in Dorsten. Neben seinem Pastoralamt in der Quedlinburger Gemeinde ist er weiter Berater des Gemeindegründungswerkes des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden.
"Die Gemeinde lebt vom Ehrenamt, auch beim Gottesdienst", hebt Manfred Krebs hervor. Die Predigt hält der Pastor oder der Leistungskreis, zu dem auch Markus Sander und Georg Haas gehören. An der weiteren Ausgestaltung nehmen weitere Gemeindemitglieder regen Anteil, zum Beispiel bei der musikalischen Begleitung. "Es geht bei uns recht locker zu", erklärt Krebs und nimmt auf die Wichtigkeit des Bistros Bezug: "Nach dem Gottesdienst sitzen wir noch gern zusammen. Einfach so, um zu reden, aber auch um Probleme und Sorgen anzusprechen, die den Einzelnen bewegen."
Die Freie Christengemeinde Quedlinburg engagiert sich im sozialen Bereich mit einer Suppenküche im Harzweg 26 und für die Jugend mit dem Pfadfindergelände auf dem Trappenberg zwischen der Süderstadt und der Gerstorfer Burg. Die Gemeinde umfasst rund 20 Mitglieder. Nachdem die neuen Räume in der ersten Etage Kaiser-Otto-Straße 30 bezogen und umgeräumt waren und erste Gottesdienste stattgefunden haben, sollen sie nun auch offiziell eingeweiht werden. Dazu findet am Sonntag, 27. November, ab 10 Uhr in den neuen Gemeinderäumen ein Festgottesdienst mit anschließendem Kaffeetrinken statt.

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Essenzeit: Melanie Moeller gibt Mahlzeiten aus und sucht das Gespräch. (FOTO: CHRIS WOHLFELD)
QUEDLINBURG/MZ. "25 bis 30 Teilnehmer kommen täglich zu uns", sagt Gabi Moeller, die zusammen mit ihrer Tochter ehrenamtlich die Suppenküche der Freien Christengemeinde Quedlinburg betreut. Im Regenbogenhaus im Harzweg 26 untergebracht, hat sich das Angebot gewandelt, nachdem im August vor zwei Jahren zunächst eine Beratungsstelle eröffnet worden war. "Wir haben gemerkt, dass es trotz bestehender sozialer Einrichtungen einen Bedarf gibt", erklärt Manfred Krebs, der zur Zeit die Christengemeinde leitet, da ein Pastorenwechsel zum Jahresende ansteht: "Wir sehen uns da nicht als Konkurrenz zu anderen sozialen Verbänden, sondern als Ergänzung, aber mit einer anderen Herangehensweise."
Seit etwa einem Jahr besteht die Suppenküche, die sich zugleich als integrative Begegnungsstätte und Beratungsstelle in vielen Lebensfragen, zum Beispiel beim Umgang mit Behörden, versteht. Bedürftige und einsame Menschen finden sich ein, weiß Gabi Moeller. Der Kontakt zu anderen baue sie auf, gebe ihnen Lebensmut, lasse sie aus einer Isolation kommen. Eine besonders warme Atmosphäre werde von den Menschen, die hierher kommen, gelobt. "Als christlich-soziales Werk ist uns dies auch Anliegen", hebt Manfred Krebs hervor. Zuerst sei überlegt worden, in den Kirchenräumen der Freien Christengemeinde in der Mühlenstraße 16 den Treff zu organisieren. Doch das hätte vielleicht eine Hemmschwelle für den einen oder anderen bedeutet.
Bis zum Juli dieses Jahres wurde die Einrichtung durch das Land gefördert. Danach stand die Frage, wie weiter? Manfred Krebs wandte sich an die Arge. "Vier Monate haben wir um die Anerkennung als Maßnahmenträger gekämpft", berichtet er. Dann seien zwei Arbeitsgelegenheiten ab November bewilligt worden.
Dadurch war es möglich, die Öffnungszeiten auf den Sonnabend auszudehnen. Da kommen nun auch bis zu 20 Teilnehmer. Zwischen 11 und 13 Uhr gibt es ein warmes Essen, wer früher oder später kommt, wird nicht weggeschickt. "Hungrig verlässt uns keiner", betont Melanie Moeller: "Da fällt uns immer etwas ein, auch wenn das warme Mittagsmahl bereits alle ist." Inzwischen kommen nicht nur Männer, sondern zu etwa einem Viertel sind es Frauen, was die Atmosphäre positiv verändert, wie die Mitarbeiterinnen sagen.
Die Christengemeinde hat nun auch einen Antrag zum Förderprogramm "Aktiv zur Rente" gestellt. Wenn dafür drei Stellen bewilligt werden, ist eine Erweiterung der Essenzeiten auf sieben Tage in der Woche ins Auge gefasst worden. "Mit 1,50 Euro pro Essen werden nur die Unkosten gedeckt", sagt Manfred Krebs und betont: "Wir werden in keiner Weise subventioniert." Die Suppenküche ist auch am Heiligen Abend und am ersten Weihnachtstag geöffnet. Zu Heiligabend findet um 16 Uhr der Gottesdienst in der Mühlenstraße statt und um 17 Uhr ist in der Begegnungsstätte im Harzweg eine Feier mit kleinem Programm angesagt.
Als Maßnahmeträger hat die Freie Christengemeinde Quedlinburg für das kommende Jahr drei Projekte bei der Arge angemeldet. Neben der Suppenküche sind das der Pfadfindertreff auf dem Trappenberg hinter dem Ochsenkopf und eine Schülerhilfe in den Gemeinderäumen in der Mühlenstraße. Bei letzterem geht es um Hausaufgabenhilfe.
Die Integrative Begegnungsstätte mit der Suppenküche erreichen Interessierte auch unter der Telefonnummer 68 90 80.

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Ausrüstung wie für eine Weltreise: Pfadfinder benötigen einiges an Material für einen angenehmen Aufenthalt in freier Natur. (FOTO: CHRIS WOHLFELD)
QUEDLINBURG/MZ. Ein etwa 16 000 Quadratmeter großes Gelände am Quedlinburger Ochsenkopf-Krappenberg ist bis kommenden Sonntag fest in der Hand der Royal Rangers. Das sind christlich organisierte Pfadfinder, die deutschlandweit über 400 Gruppen haben. Träger des Pfadfinderlagers am Ochsenkopf ist die Freie Christengemeinde Quedlinburg mit Vorstandsmitglied Manfred Krebs.
Bereits im vorigen Jahr gab es dieses Camp. "Da waren es 50 Teilnehmer. Jetzt sind es 100 - und die kommen aus dem gesamten Bundesgebiet", sagt Manfred Krebs stolz. Die Jungen und Mädchen im Alter von neun bis 18 Jahren sind in zwölf Teams eingeteilt. Jede Gruppe hat ihren eigenen Bereich und ist für ihre Unterkunft samt Verpflegung eigenverantwortlich. "Durch die Einteilung läuft nicht alles wild durcheinander", weiß Campwart Samuel Ebner, der aus Wuppertal in Nordrhein-Westfalen kommt.
"Das ist ein sehr schönes Gelände. Hier macht einfach alles Spaß. Ich freue mich vor allem auf die Abende, an denen es Andachten oder Theaterstücke gibt", meinte die 18-jährige Teamleiterin Susanne Juhre aus dem hessischen Frankfurt am Main. Sie ist seit ihrem sechsten Lebensjahr bei den Royal Rangers. Ebenfalls aus Frankfurt kommt Teamleiterin Eva Heilmann, die seit ihrem neunten Lebensjahr den Rangers angehört. Die 20-Jährige mag unter anderem die Workshops sowie die Gemeinschaft. "Hier hilft jeder jedem. Außerdem lernt man es zu schätzen, dass man zu Hause fließendes Wasser hat und in einem richtigen Bett schlafen kann."
Natürlich ist auch die Bundeshauptstadt vertreten. Tillmann Pfeffer hatte von einem Freund über das Camp erfahren und war sofort daran interessiert. Auch dem 16-Jährige aus Berlin-Reinickendorf gefällt der Harz. Am meisten ist er im Camp auf das mittelalterliche Bogenschießen gespannt. Außerdem erleben die großen und kleinen Teilnehmer einige Wanderungen, ein Ritterfest oder Bastelarbeiten. Dazu gehören zum Beispiel das Bemalen von Steinen sowie Körbe flechten.
Das Pfadfinderlager ist in verschiedenen Ebenen eingeteilt, wozu der Küchentrakt, die Spiel-, Zelt- und Lagerfeuerebene zählen. Natürlich sind auch sanitäre Anlagen vorhanden. Wecken ist um 7.30 Uhr, die Nachtruhe um 22 Uhr. "Die Teilnehmer hören dann ein Signal, das auf einem Horn geblasen wird", betont Campleiter Markus Sander aus Quedlinburg.
Um das große Gelände für die Jugendarbeit nutzen zu können, musste kräftig Hand angelegt werden. Dafür stellte die Arge neun Ein-Euro-Jobber zur Verfügung. Weitere Unterstützung kam von heimischen Unternehmen. Das Gelände steht der ganzen Region für Aktivitäten zur Verfügung.

mz-web.de > Lokal-Ausgaben > Quedlinburger Harz Bote Mi, 13.01.2010

Mitarbeiter des VHS Bildungswerkes errichten auf dem Gerüst der Aussichtsplattform ein Dach. (FOTO: CHRIS WOHLFELD)
QUEDLINBURG/MZ. Einen Tag vor dem Ende des ersten Projektabschnittes und kurz vor dem Wintereinbruch bekam die Aussichtsplattform ein Dach. Seit Juni waren erst sechs, dann zwölf Mitarbeiter des VHS Bildungswerkes Quedlinburg auf der Basis von Arbeitsgelegenheiten dabei, das Gelände am Ochsenkopf umzugestalten. Im Auftrag der Freien Christengemeinde Quedlinburg entsteht auf dem Trappenberg ein Pfadfinderlager für die Royal Rangers Stamm 411 (die MZ berichtete).
Nach Fertigstellung wird das Lager nicht nur für die christliche Kinder- und Jugendarbeit genutzt, sondern auch Schulen und anderen Einrichtungen angeboten werden, wie Manfred Krebs vom Initiativkreis der Freien Christengemeinde informierte: "Wir wollen so zur Bereicherung der Kinder- und Jugendarbeit in der Stadt beitragen." Obwohl bereits ein Pfadfinderlager stattgefunden hat, bleibt noch einiges zu tun, bis auf der ehemaligen Obstplantage alle Voraussetzungen dafür geschaffen sind. Das rund 16 000 Quadratmeter große Areal hatte die Besitzerin vor anderthalb Jahren der Christengemeinde zur Nutzung angeboten, nachdem es 14 Jahre nicht bewirtschaftet worden war. So war das Gelände verwildert und es hatte sich nach und nach jede Menge Gestrüpp aufgetürmt. Dies zu beseitigen und das Gelände auf zwei Ebenen abzuflachen, waren dann die ersten Arbeiten für die Beschäftigten des VHS-Bildungswerkes, gefördert von der Arge in Quedlinburg.
Der Zeltplatz hat inzwischen schon Form auf der unteren Ebene angenommen. Sitz- und Grillmöglichkeiten wurden geschaffen sowie eine Treppe zur zweiten Ebene, wo gerade die letzten Arbeiten für die Aussichtsplattform durchgeführt wurden. Von dort bietet sich ein herrlicher Blick auf den Harz und die Anrainerorte. Auf der zweiten Ebene stand früher ein kleines Haus, welches aber in der 1990er Jahren abbrannte. Inzwischen gibt es nur noch die Bodenplatte des Gebäudes. Geplant ist, darauf einen Küchen- und Sanitärtrakt zu errichten. Da es eine Wasserleitung bis auf den Berg hinauf nicht gibt, ein Brunnen zu graben viel zu teuer wäre, ist bereits ein Unterstand für Wassertanks errichtet worden. Der Strom soll mit einem Notstromaggregat selbst erzeugt werden.
"Im kommenden Jahr ist ab März ein zweiter Projektabschnitt geplant", erklärt Manfred Krebs. Männer und Frauen vom VHS Bildungswerk werden dann unter Anleitung von Thomas Lutze und Reinhard Jobke unter anderem eine Kletteranlage aus Naturholz und ein Holztipi errichten. Bis zum Herbst sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Bei der Umgestaltung des Geländes besteht der Grundsatz, das Areal naturbelassen zu erhalten. So werden zum Beispiel in Absprache mit Naturschützer und Jäger Eckhard Kartheuser Nistkästen für Kauze hergestellt.
Das zukünftige Pfadfinderlager befindet sich auf dem halben Weg zwischen Quedlinburg und dem Ortsteil Gerstorfer Burg. Von der Straße aus führt ein Weg bis auf die zweite Ebene, wo auch noch ein neuer Eingangsbereich, ähnlich wie bei einem Fort in den USA, geschaffen werden soll. Beim ersten Treffen der Royal Rangers im Sommer dieses Jahres auf dem Gelände waren rund 30 Jugendliche und 15 Erwachsene dabei. 2010 sollen es dann unter verbesserten Bedingungen deutlich mehr sein.

mz-web.de > Lokal-Ausgaben > Quedlinburger Harz Bote Mo, 28.09.2009
QUEDLINBURG/MZ. Die Freie Christengemeinde Quedlinburg engagiert sich mehr und mehr in Quedlinburg. Vor wenigen Wochen wurde ein neues Gemeindezentrum in der Mühlenstraße eingeweiht und wird weiter ausgebaut. Die christlichen Pfadfinder in Obhut der Gemeinde sind dabei, sich am Ochsenkopf unweit der Süderstadt ein eigenes Domizil zu schaffen. Nun steigt die Freie Christengemeinde auch in die soziale Arbeit ein. „Wir wollen nicht in Konkurrenz treten, sondern ein spezielles Angebot schaffen", betont Manfred Krebs vom Initiativ-Kreis der Gemeinde.
Für ihre integrative Begegnungsstätte haben sie in Räumen der Regenbogenherberge im Harzweg 26 in Quedlinburg ein Büro eröffnet. Ansprechpartner dort ist Bianka Moeller, die von Montag bis Freitag von 11 bis 15 Uhr für alle Hilfesuchenden da ist. Ausgangspunkt und beispielgebend war die Arbeit der Partnergemeinde in Bad Langensalza, die bereits erfolgreich einen solchen Treff mit Hilfsangeboten betreibt. Angesichts der sozialen Situation vieler Menschen in der Stadt und der Region gelang es eine 80-prozentige Förderung durch den Europäischen Sozialfonds zu erhalten, der das Projekt erst ermöglichte. Für ein Jahr ist der finanzielle Hintergrund damit gesichert.
„Sicher braucht es einen langen Atem und nicht alles ist von Erfolg gekrönt", weiß Manfred Krebs. „Doch Frau Moeller hat den langen Atem, kennt sich in Höhen und Tiefen des Lebens aus. Wir stellen uns der Aufgabe von unserem christlichen Leitbild abgeleitet." Bei dem Angebot geht es um Lebenshilfe in allen komplizierten Lebenslagen. Zusammengefasst sind es fünf Stichworte - Beratung, Gemeinschaft, Begegnung, Gespräche, Begleitung -, die umreißen, was die Freie Christengemeinde mit ihrem Projekt bezweckt. Frau Moeller ist also sowohl Ansprechpartner für Probleme, als auch Begleitgng und Ratgeber im Umgang mit Ämtern und anderen Institutionen. Wo nicht direkt geholfen werden kann, gibt Bianka Moeller Hinweise, an welche Stellen sich derjenige wenden kann, zum Beispiel bei Drogenproblemen.
Erste Kontakte mit Institutionen waren positiv und sollen ausgebaut werden. Ersten „Klienten" konnte bereits geholfen werden, sei es durch Informationen oder die Begleitung zu den zuständigen Ämtern. „Das Projekt soll stetig wachsen. Ein Anfang ist mit dem Büro gemacht, wo Einzelgespräche stattfinden können", betont Manfred Krebs. „Jetzt müssen wir erst mal bekannter werden." Weitere Überlegungen gehen davon aus, in der Regenbogenherberge ein Essen zum kleinen Preis anzubieten, wenn genügend Leute zusammenkommen. Dabei soll das Haus dann nicht nur für sozial Schwache offen stehen. „Auch das unterscheidet uns von anderen Angeboten", hebt Manfred Krebs hervor.
mz-web.de > Lokal-Ausgaben > Quedlinburger Harz Bote Mi, 05.08.2009

Die Fahnen der Christlichen Pfadfinder, Royal Rangers Stamm 411, werden am Ochsenkopf aufgestellt. (FOTO: WOHLFELD)
QUEDLINBURG/MZ. Mitten im Grünen, auf dem Gelände einer früheren Obstbaumplantage, geht es eifrig zur Sache. Dort wo noch vor zwei Monaten verwildertes Gestrüpp regierte, ist mittlerweile das Pfadfinderlager der Freien Christengemeinde Quedlinburg aufgeschlagen. Eine Gruppe aus Bernburg kam als erste in den Genuss des Lebens mitten in der Natur. Interessierten Jugendlichen stehen auf dem weitläufigen Gebiet abwechslungsreiche Freizeitangebote zur Verfügung. Langfristig soll das neue Programm eine Verbesserung der Kinder- und Jugendarbeit im Bereich Quedlinburg und Umgebung erreichen.
"Ein Mitglied unserer Gemeinde hat uns das 1,6 Hektar große Gelände unentgeltlich überlassen", erklärt Manfred Krebs von der Freien Christengemeinde den Hintergrund. Die Idee, hier ein Pfadfinderlager einzurichten, wurde auch vom VHS Bildungswerk mitgetragen. Gemeinsam wurde ein entsprechender Antrag bei der Arge Quedlinburg gestellt. Seit Juni sind sechs Ein-Euro-Jobber für sechs Monate dabei, das Gelände herzurichten. Zu ihnen gehört Sylvio Bartels, der das Terrain aus Kindertagen kennt. "Wir hatten auf der anderen Seite des Berges einen Garten", sagt er und meint, dass es eine "Supersache ist, hier ein Camp einzurichten."
Marion Brademann, Leiterin des Aus- und Weiterbildungszentrums VHS Bildungswerk, Thomas Lütze, Fachbereichsleiter und Koordinator für Arbeitsangelegenheiten, sowie Arge-Mitarbeiterin Angela Vogelbein sind begeistert über die Fortschritte auf dem Grundstück. Als sie vor zwei Monaten dort waren, wimmelte es weit und breit nur von Gestrüpp und ganz vielen Brennnesseln - jetzt hat sich das Bild komplett gewandelt. Bevor die Arbeiten begannen, konnte kaum jemand die ehemalige Streuobstwiese erahnen, weil das Gelände irgendwann immer mehr verwilderte und zusätzlich als "wilde Müllkippe" missbraucht wurde. Mittlerweile lässt sich die Abstufung des am Berghang liegenden Geländes deutlich erkennen. "Schon im März beschnitt man Gebüsch und Gesträuch," erzählt Thomas Lütze.
Geplant ist, die Arbeiten am Gesamtprojekt in zwei Abschnitten durchzuführen. Während des ersten Projektabschnittes, der sich noch bis zum 30. November hinziehen wird, werden noch weitere wichtige Maßnahmen angepackt, obwohl schon einiges aufgebaut wurde. Da das Gelände nicht ebenmäßig ist und einen wunderbaren Blick auf das Umland bietet, stellte man eine überdachte Plattform als Aussichts- und Chillfläche wieder her. Ausgebessert wurde die teilweise noch vorhandene Umzäunung und ein Metalltor im Zufahrtsbereich. Natürlich packen bei den noch anstehenden Arbeiten auch die Pfadfinder selbst mit an. Und immer wird auf die Forderungen der Naturschutzbehörde - alte Kirschbäume auf dem Gelände zu erhalten und somit Lebensraum für kürzlich in der Umgebung ausgewilderte Steinkäuze zu schaffen - geachtet.
Bis alles so ist, wie es sich die Initiatoren Manfred Krebs und Pastor Rolf Vestmann und weitere Mitglieder der Quedlinburger Freien Christengemeinde vorstellen, wird es noch jede Menge zu tun geben. "Die Truppe, die hier arbeitet, ist sehr motiviert. Ich bin ihnen und allen, die mit uns zusammen arbeiten, sehr dankbar", sagt Krebs. Unterstützung kommt auch vom Technischen Hilfswerk und vom Zweckverband Wasserver- und Abwasserentsorgung Ostharz. Schließlich brauchen auch Pfadfinder und die anderen Nutzer des Lagers am Ochsenkopf Wasser zum Kochen und Waschen.
Am 25.07.2009 war es soweit. Der Stamm 411 Quedlinburg veranstaltete sein erstes Sommercamp auf seinem eigenen Gelände. Etwa 30 Kinder und 15 Mitarbeiter aus den Stämmen 411, 174 und 60 verbrachten fünf spannende Tage zusammen. Mit diesem Camp weihten wir gleichzeitig unser Gelände ein. Für uns alle war es wirklich ein Abenteuer, denn viele Kinder waren zum ersten Mal auf einem Pfadfindercamp.
Das Mitarbeiterteam (zwischen 15 und 70 Jahre) war wirklich bunt zusammengewürfelt. „Alte Hasen“ und coole Leute, für die es ihr erstes Camp überhaupt war. Von Anfang an verstanden sich die Mitarbeiter sehr gut und stellten sich gemeinsam der Herausforderung. Das Campgelände war keineswegs fertig. Dennoch waren alle von dem Gelände begeistert. „Was für eine Aussicht, was für eine tolle Lage, welch ein Potenzial!“, hieß es. Hier können in Zukunft auch andere campen oder es könnte ein JLTC stattfinden.
Viele Kinder waren sichtlich berührt und erzählen nun begeistert vom Camp. Unser Thema lautete:„Meisterwerk“. Manch einer hörte hier zum ersten Mal, wie sehr Gott ihn liebt und wie wertvoll er ist. Ein einzigartiges Meisterwerk, ein genialer Gedanke Gottes. Alle Kinder durften zum Ende einer Wanderung einzeln einen Turm besteigen. Ich erzählte den Teams jeweils die Geschichte dieser Türme und dass heute auf diesem Turm das wertvollste Kunstwerk, ein Kunstwerk, das garantiert einmalig ist, ausgestellt ist. Jedes Kind sollte einzeln, leise und langsam den Turm besteigen. Oben wurde es von seinem Teamleiter erwartet, der sie einen Blick in eine kleine Schatztruhe werfen ließ. Sie enthielt nichts weiter als ein bisschen Dekosand, auf dem ein kleiner Spiegel gebettet war. Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich, aber für alle war es ein ganz besonderes Erlebnis. Ein Mädchen kam lachend und mit strahlenden Augen vom Turm. Wieder andere waren ganz still. Alle schafften es, dicht zu halten und erst über das Kunstwerk zu sprechen, als es alle gesehen hatten.
Ein besonderer Abend war auch das Ratslagerfeuer am letzten Abend, an dem wir als Campleitung sangen und die Kinder segneten. Es war wirklich Stille am Lagerfeuer eingekehrt. Das war genau das, was wir uns gewünscht hatten:Den Kindern Jesu Liebe nahe bringen, die Gute Nachricht weiter zu sagen und sie zu segnen. Anschließend gab es für die Kinder eine halbstündige Feuershow in der Abenddämmerung - und für die Artisten einen Rangerapplaus. Am nächsten Morgen hieß es dann abbauen und Abschied nehmen. Aber wir sind uns einig - wir wollen wieder ein Camp zusammen machen.
Markus Sander-Reeck
Royal Rangers, Stammleiter Stamm 411
Fotoserie
Das Campgelände ist auf dem Gelände einer früheren Obstbaumplantage errichtet worden. Ein Mitglied der Quedlinburger BFP-Gemeinde hat das 1,6 Hektar große Grundstück gratis zur Verfügung gestellt. Nun wird hier zusammen mit dem VHS-Bildungswerk ein Pfadfinderlager eingerichtet.
mz-web.de > Lokal-Ausgaben > Quedlinburger Harz Bote Mi, 01.07.2009
QUEDLINBURG/MZ. Der Backsteinbau war früher das Kartoffelkontor. Nach 1990 wurde das Haus saniert und ein italienisches Restaurant zog dort ein. Doch dann stand das Gebäude, das nur noch aus hohen Zimmern im Erdgeschoss besteht, lange leer. Nun ist in die Räume neues Leben eingezogen. Seit Mitte Juni hat die Freie Christengemeinde Quedlinburg das Haus Mühlenstraße 16 als Gemeindehaus gepachtet. Die Kirchengemeinde ist Teil des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden und wurde ab Oktober 2003 in Quedlinburg aufgebaut. Die ersten fünf Jahre nutzte die Gemeinde einen Raum im Deutschen Fachwerkzentrum in der Blasiistraße für den Gottesdienst. "Das war ein guter Start", sagt Manfred Krebs, ehemaliger Bauamtsleiter in Quedlinburg und bereits in seiner alten Heimat Uelzen einer Freikirche zugehörig. "Jetzt sind wir so stabil, einen Schritt weiter zu gehen", betont er.
Nach eingehender Besichtigung des Objekts wurde die Mühlenstraße 16 gepachtet. Dort ist bereits der große Saal, wo 60 bis 70 Personen zum Gottesdienst Platz finden, hergerichtet worden. Zwei Gruppenräume für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen entstehen und die Küche wird neu gestaltet. Der erste Gottesdienst fand am 14. Juni statt.
Die beiden Pastoren, Rolf Westmann und Markus Sander-Reeck, stehen abwechselnd von Dienstag bis Freitag von 15 bis 17 Uhr in den neuen Räumen als Ansprechpartner für die Gemeindemitglieder zur Verfügung. Freitags ab 17 Uhr ist dort Treff für die christlichen Pfadfinder, die sich im Februar dieses Jahres gründeten, und sonnabends ab 19 Uhr für die Jugend. Im sozialen Bereich will die Gemeinde Hilfe zur Selbsthilfe geben. Am Ochsenkopf, genauer gesagt am Trappenberg, konnte von einem Gemeindemitglied ein Areal gepachtet werden, das als christliches Pfadfinderzentrum in den nächsten anderthalb Jahren entwickelt werden soll. Ein erstes Camp von Pfadfindern, die sich bei der Freien Christengemeinde Royal Rangers nennen, ist bereits für Ende Juli geplant. In der Mühlenstraße wird es am Freitag, 3. Juli ab 14 Uhr ein Straßenfest geben, bei dem sich die evangelische Freikirche allen Interessierten vorstellen möchte. Eine Gruppe von zwölf Erwachsenen mit Kindern einer Freikirche aus Amsterdam wird vom 2. bis 4. Juli zu Besuch sein und das Fest unterstützen. Der Tag der offenen Tür ist verbunden mit Gesprächen, Musik und Aktionen für Kinder und Erwachsene. Manfred Krebs, der Mitglied des Leitungsteams der Christengemeinde ist, bezeichnet den Ort als "ein Viertel der Stadt, das sehr angenehm ist." Geplant ist auch den Platz direkt vor der Tür bis zur Brücke so zu gestalten, dass dort bei Gottesdiensten, die jeweils um 10 Uhr stattfinden, und Veranstaltungen Bistro-Tische aufgestellt werden können.